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Heidschnuckenweg

Tagestour: Naturpark Südheide - Salz in der Heide

Wandergebiet W 16 Naturpark Südheide: Salz in der Heide


Die Wandertour führt durch die Waldgebiete Scheuerbruch und Bültenmoor sowie durch die Wiesenlandschaft zwischen Eversen und Altensalzkoth. Das Gebiet um Altensalzkoth erlangte seit dem Jahr 1723 durch die Salzsiederei an Bedeutung. Aus Sülze wurde die dort gewonnene Salzsole über Leitungen aus Holzröhren herbeigeschafft. Der als Brennstoff benötigte Torf stammte aus den naheliegenden Mooren und wurde über Kanäle auf Torfkähnen bis zu den Siedestellen, den Salzkathen, transportiert. Bei genauem Hinsehen sind noch einige Spuren, die die Salzgewinnung hinterlassen hat, in der Landschaft zu entdecken. Auf dem Röhrendamm verlief die hölzerne Rohrleitung. Teile der Kanäle blieben als Gräben erhalten.


Die zahlreichen Fließgewässer und Gräben zeugen vom Wasserreichtum der näheren Umgebung. Flurnamen wie Salinenwiese und Aschenbusch geben ebenfalls Auskunft über die Anwesenheit der Salzsieder. Im Aschenbusch wurde die bei der Torfverbrennung entstandene Asche abgelagert. Die Wanderung führt zu einem Abschnitt des Historischen Rundwanderweges rund um Eversen, der auch über die Geschichte der Salzsiederei informiert.


Ausgangspunkt:

Vom Wanderparkplatz werden drei unterschiedlich lange Wandertouren angeboten.

Anfahrt zum Parkplatz "Hotel Helms”

Der Parkplatz vom Hotel Helms liegt an der L 240 von Eversen aus

in Richtung Scheuen / Celle ca. 1,3 km vom Ortsausgang Eversen

entfernt auf der linken Seite.

Position: N 52° 44.49429', E 010° 04.39935'


Kurze Tour: 3,3 km

Mittlere Tour: 12,4 km

Lange Tour: 15,2 km


Die drei Touren des Wandergebietes W 16 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.



Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch hier im Region Celle Navigator.



Wissenswertes zu der Wandertour "Salz in der Heide"


Das Dorf Altensalzkoth

Nachdem die Salzsiederei unrentabel wurde und die Salzsieder nach Sülze abwanderten, sollten die alten Salzkathen, wie die Gebäude genannt wurden, weiter bewohnt bleiben und ein Dorf gegründet werden. Über die Entstehungsgeschichte der Ortschaft Altensalzkoth schreibt Friedrich Barenscheer in "Die Hofnamen des Kreises Celle" folgendes: "Bald nach Verlegung der Saline nach Sülze, man hatte früher den Betrieb mehrfach wegen der Feuerung mit Torf in die umliegenden Moore verlegt, entstand kurz nach 1800 aus den restlichen Gebäuden der Salzsieder die Siedlung Altensalzkoth, plattdeutsch "Kath" genannt. Die Regierung suchte die neuen Ansiedler nach strengen Gesichtspunkten aus, sie mußten nicht nur über einen guten Leumund, sondern auch über etwas Geld zum Ankauf der Gebäude verfügen."


Da die Siedestellen mit Bedacht in der Nähe von Mooren angelegt wurden, um die Transportwege für das Brennmaterial Torf möglichst kurz zu halten, hatten die Bewohnerinnen und Bewohner ständig mit dem nassen Untergrund zu kämpfen. Es wird berichtet, dass der Fahrdamm, der durch Altensalzkoth führte, selbst bei gutem Wetter so matschig war, dass die Frauen, die auf dem Weg nach Celle waren, um dort Eier und Butter zu verkaufen, ihre Schuhe ausziehen mussten. Heute ist das Gebiet durch den Ausbau des Entwässerungssystems aus Gräben und Dränagen deutlich trockener.


Die Technik des Salzsiedens

Bei der Suche nach einem Standort für die Siedestellen war nicht der Gewinnungsort der Sole ausschlaggebend sondern die Verfügbarkeit von Torf als Brennstoff. Nachdem die Moore um Sülze, wo sich die Solequelle befand, ausgebeutet waren, mussten neue Torflagerstätten erschlossen und die Salzsiede dorthin verlegt werden. So entstanden die ersten Salzkathen im heutigen Altensalzkoth. Diese mussten mit der Sole aus Sülze versorgt werden. Ausgehöhlte Baumstämme, die Stück für Stück zusammengesetzt wurden, bildeten eine Versorgungsleitung zwischen der Solequelle und dem Verarbeitungsort. Dabei musste auch die Örtze überquert werden. Der Zuckerberg, eine Anhöhe von etwa 5 m, stellte ein weiteres Hindernis dar, das nur mit Hilfe eines Schöpfwerkes überwunden werden konnte.


Bevor mit dem Sieden begonnen wurde, musste die Sole eingedickt werden. Ziel war es dabei, die Salzkonzentration zu erhöhen. In einem Gradierwerk von 200 m Länge, 7 m Höhe und 5 m Breite rieselte die Sole durch dichtgepackte Weißdornzweige. Zuvor musste sie wiederum mit einem Schöpfwerk in die Höhe verfrachtet werden, um sie von oben in das Gradierwerk einleiten zu können. Während des Rieselvorganges verdunstete ein Teil des Wassers und die eingedickte Sole war bereit zum Sieden. Dieses Vorgehen sparte Zeit und vor allem Brennstoff, da das Verkochen der höher konzentrierten Salzlösung auf diese Weise viel schneller vonstatten ging.


In eisernen Pfannen wurde die Sole über dem Feuer solange gekocht, bis das Wasser verdunstet war und reines Salz in der Pfanne zurückblieb. Um für das Feuern genügend Torf heranschaffen zu können, waren 60 bis 80 Mann mit Torfstechen beschäftigt. Die luftgetrockneten Torfsoden wurden auf speziell angefertigten Flachkähnen über Kanäle direkt bis zur Siedestelle transportiert. Das fertige Salz kam als Speise- und Pökelsalz in den Handel.