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Heidschnuckenweg

Hermannsburg: Wanderweg: Wo Eisvogel und Fischotter sich "Gute Nacht" sagen (Rundweg 3,9 km/9,3 km/17,4 km)

Die Wanderungen im Naturpark Südheide des Rundweges W15 "Wo Eisvogel und Fischotter sich "Gute Nacht" sagen" verlaufen beiderseits des naturnahen Heideflusses Örtze nördlich von Eversen und können bis zur Scharnebecks Mühle im Norden ausgedehnt werden.

Die Örtze - ein naturnaher Heidefluss

Die Örtze ist ein noch sehr naturbelassener Heidefluss mit einer hohen Artenvielfalt. Die ökologische Qualität dieses Gewässers wird in der Anwesenheit von seltenen Tierarten wie dem Eisvogel und dem Fischotter deutlich. Um den scheuen und überwiegend nachtaktiven Fischotter beobachten zu können, bedarf es allerdings einer Menge Glück. Das Gewässer ist wintergrün, da auch im Winter grüne Wasserpflanzen zu sehen sind.

Die Örtze fließt innerhalb eines breiten Talraumes, der gegen Ende der Saaleeiszeit durch Schmelzwasser in die sandig-kiesigen Gletscherablagerungen eingetieft wurde. Das Quellgebiet der Örtze besteht aus mehreren Quellsümpfen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Munster-Nord. Das Gewässer fließt in südliche Richtung und mündet östlich von Winsen in die Aller. Aufgrund des gleichbleibend kühlen Wassers handelt es sich bei der Örtze um einen so genannten sommerkalten Heidefluss. Das Wasser ist im Sommer kühl, friert im Winter aber nur selten zu. Der starke Zustrom von Grundwasser ist die Ursache für dieses Phänomen.


Das in weiten Teilen naturbelassene Flussbett der Örtze zeichnet sich durch zahlreiche Flussschleifen aus. Steilufer, Vertiefungen sowie ein Wechsel aus Kies- und Sandbänken sind kennzeichnend für den Strukturreichtum. Das Wasser der Örtze ist von guter Qualität. Der angrenzende Talraum weist noch viele feuchte Wiesen und Wälder auf. Diese Bedingungen sind Voraussetzung für eine artenreiche Flora und Fauna.

So wachsen auf den feuchten Standorten

  • Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut
  • Sumpfdotterblumen
  • Schwertlilien
  • Kuckucks-Lichtnelke


Eisvogel und Fischotter
fühlen sich an der Örtze ebenfalls wohl, da sie in dem fischreichen Heidebach ausreichend Nahrung finden. Besondere Fischarten, die als Indikator für ein gesundes Gewässer stehen, sind

  • Bachforelle

  • Bachneunauge

  • Groppe


Das Flusssystem der Örtze ist aufgrund seiner hohen ökologischen Bedeutung heute Bestandteil des europäischen Schutzgebietssystemes Natura 2000.


Flößerei auf der Örtze

Die Flößerei auf der Örtze begann im 17. Jahrhundert. Die Örtze war von der Wietzemündung bei Müden bis zur Aller ganzjährig mit Flößen befahrbar. Diese Strecke konnten die Flößer an einem Tag zurücklegen. Die Flöße selbst bestanden aus den für den Transport vorgesehenen Baumstämmen, die mit frischen Weiden- oder Birkenzweigen zusammengebunden wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auf der Strecke von Müden bis Oldendorf elf Bindestellen. Eine davon befand sich auch in Eversen. Die "Binnestä" am Kolk ist Bestandteil des Dorfgeschichtspfades, dieser erläutert anschaulich die Dorfgeschichte Eversens.


Die Flöße waren etwa 23 Meter lang und 3 Meter breit. An der Aller wurden die Hölzer zu noch größeren Flößen zusammengebunden und bis nach Bremen zum Umschlagplatz geflößt, von wo aus sie auch in das Ausland verschifft wurden. Holz wurde zudem für den Gebäude- und Schiffbau an der Unterweser benötigt.


Ende des 19. Jahrhunderts ging die Flößerei auf der Örtze ihrem Ende entgegen. Der Unterlauf versandete und erschwerte das Befahren des Gewässers. Neue Sägewerke, die in waldreichen Gegenden gegründet wurden, machten einen Transport der Baumstämme überflüssig. Zudem traten modernere Transportmittel wie die Bahn in Konkurrenz zur Flößerei.


Heute ist das Wasserwandern mit dem Kanu auf der Örtze sehr beliebt.


Das Wichtigste der Tour in Kürze

  • naturnaher Heidefluss
  • Dorfgeschichtspfad in Eversen
  • Naturinformationshaus mit Informationspfad in Oldendorf

Länge der Touren
Kurze Tour: 3,9 km

Mittlere Tour: 9,3 km

Lange Tour: 17,4 km


Die drei Touren des Wanderweges W 15 sind mit dem abgebildeten Piktogramm beschildert. An Abzweigungen ist die kurze Tour mit einem kleinen grünen Kreis gekennzeichnet, die mittlere Tour mit einem mittleren gelben Kreis und die lange Tour mit einem heidefarbenen großen Kreis.


Streckenprofil
Die Wanderung führt durch kleine Ortschaften und auf schmalen Pfaden entlang Felder, Wiesen und entlang des Heidflusses Örtze, dieser wird mehrmals überquert.

Ausgangspunkt

Vom Parkplatz werden drei unterschiedlich lange Wandertouren in Rundkursen angeboten.

Anfahrt zum Parkplatz "Gasthaus Otte”

Der Parkplatz "Gasthaus Otte” in Eversen liegt

gegenüber dem Gasthaus Otte in der Dorfstraße

in 29303 Bergen OT Eversen.

Position: N 52° 45.43725', E 010° 03.02540'

 

Sie erreichen den Parkplatz "Gasthaus Otte" auch mit dem örtl. Beförderungsunternehmen CeBus Linie 200 aus Richtung Hermannsburg und Celle und mit dem Bürgerbus Bergen Linie 1 aus Bergen. Die Haltestelle "Eversen Ortsmitte" befindet sich wie das Gasthaus in der Dorfstr. Fahrzeiten und weitere Verbindungen entnehmen Sie bitte der Reiseauskunft Bahn.


Weitere Informationen und Tipps zu den Touren des Wanderparadieses Südheide finden Sie auch im Region Celle Navigator.



Entspannter Urlaub mit Hund in der Südheide

Die Weite der Landschaft, facettenreiche Wanderwege und die Ruhe in der Natur bieten sich für ausgedehnte Wanderungen mit den Fellnasen an. Die Heideflächen stehen unter Naturschutz und verbieten, wie in allen anderen Naturschutzgebieten Deutschlands auch, den Vierbeiner unangeleint laufen zu lassen. An den unter naturschutzstehenden Heideflächen und den Schutzgebieten besteht eine ganzjährige Leinenpflicht. In den Landschaftsschutzgebieten der freien Landschaft sind Hunde in der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis 15. Juli anzuleinen. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zu den jeweiligen Gebieten zusammengestellt.

 

Um Nährstoffeinträge an den Heideflächen zu vermeiden, wird darum gebeten, die Hinterlassenschaften der treuen Begleiter einzusammeln. So wird auch die Übertragung von Krankheiten auf die Heidschnucken verhindert.


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